Thursday, November 16, 2006

DTU T860


Die Entwicklungsmaschine des T860 im Einsatz in der Agroland Agrar e.G. Thörey, Ilmkreis



DEUTSCHE TRAKTOREN UNION GMBH Neues Fahrwerkskonzept verbessert Fahreigenschaften.

In Stadtilm könnte die Thüringer Tradition im Traktorenbau wieder aufgenommen werden - Ein Schlepper mit 600 PS in der Erprobung.
Dietrich Franke (r.), Geschäftsführer der Deutschen Traktoren Union, Dr.Hartmut Döll (m.), fachlicher Leiter des Projektes, und Gunter Rittermann von der Agroland Agrar e.G. Thörey . Die Geschichte der Thüringer Traktorenproduktion soll um ein weiteres Kapitel erweitert werden. Nicht in Nordhausen, wo in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts noch die Brockenhexe, die Reihe der Pionier- Schlepper und der Famulus gefertigt wurden, sondern in Stadtilm. Nach Ansicht des Geschäftsführers der Deutschen Traktorenunion GmbH (DTU), Dietrich Franke, könne in Stadtilm ein Traktor gefertigt werden, der gegenwärtig nichts Vergleichbares auf dem Markt finde. Das Novum des T860, so der Name des Traktors, ist das Fahrwerk: An zwei Achsen sind jeweils pendelnd vier Räder aufgehängt. Diese Fahrwerkskonzeption soll gute Bodenschonung, Traktion und Fahreigenschaften auch auf schlechten Fahrbahnen sichern. Zugpendel optional verwendbar Das gute Verhältnis von Gewicht zu Zugkraft bedeute nicht nur eine hohe Zugkraft, sondern zugleich eine Verringerung der Bodenbelastung. Radlasten von weniger als 3 t und ein Reifendruck von unter 0,8 bar seien auch die Vorraussetzungen für die Nutzung von dauerhaften Fahrspuren und Fahrgassen ohne nachhaltige und übermäßige Schädigung der Bodenstruktur. Mit seinen 600 PS eigne sich der achträdrige Traktor für große Arbeitsbreiten mit Arbeitsgeschwindigkeiten bis zu 12 km/h. Die Aufnahme von hohen Trag- und Anhängelasten seien durch die Motorleistung und das Fahrwerk ebenso gewährleistet.

Eine Neuerung wie die Regulierung der Anhängehöhe mit einem höhenverstellbaren Zugpendel soll das Aufbäummoment und damit die Überlastung der hinteren Räder verringern und so zur weiteren Verringerung der Bodenbelastung und Verbesserung der Traktion beitragen. Optional wird das Zugpendel elektronisch zur Nachlauf-steuerung in Höhe und Winkel regulierbar sein. Einsatz rund um die Uhr Trotz der Größe des Traktors gewährleiste die Maschine mit ihrer Knicklenkung einen Wenderadius von 8,75 m. Mit der Breite von 2,55 m, der Höhe von 3,51 m und einer Länge von 8,91 m werden die gesetzlichen Parameter für die uneingeschränkte Teilnahme am Straßenverkehr eingehalten. Selbst bei einer Spurweite von 2,25 m zur Nutzung in Fahrgassen bleibt die Außenbreite mit 2,9 m im gesetzlichen Rahmen für landwirtschaftliche Fahrzeuge. Das automatische PowerShift-Getriebe (18 Vorwärts- und sechs Rückwärtsgänge) ermöglicht das Fahren bis 40 km/h. Weniger als 85 dB, gemessen während der Vorbeifahrt, sichern angenehme Arbeitsbedingungen und erlauben insbesondere auch Nachtschichtarbeit in der Nähe von Wohnsiedlungen. Das ist ein weiterer Gesichtspunkt für eine hohe Maschinenauslastung.


Durch einfache Umrüstung mit kurzer Standzeit soll der Traktor für vielfältige Aufgaben im landwirtschaftlichen Unternehmen geeignet sein, so daß die Maschine rund um die Uhr im Einsatz sein könne. Fahrwerk aus eigenem Betrieb Mehrere Privatpersonen sowie die L&K Stadtilm gründeten 2003 die DTU. Unter der fachlichen Leitung von Dr. Hartmut Döll entwickelte in den vergangenen zwei Jahren ein Team junger Ingenieure, zumeist Absolventen der Technischen Universität Dresden, den T860. Erfahrungen aus der Projektgruppe Rad-Boden, der Dr. Döll vorstand, sowie der L&K bei der Entwicklung des K745 finden sich bei diesem Traktor wieder. Das Fahrwerk könne mit modernster Schweißtechnologie im eigenen Betrieb bzw. der L&K Stadtilm hergestellt werden. Die anderen Komponenten kämen von deutschen und internationalen Herstellern. Damit seien in Stadtilm Kapazitäten für die Serienfertigung vorhanden. Franke deutete an, daß es einen nahtlosen Übergang in die Produktion gäbe. Dies war auch Bedingung für eine Förderung durch den Freistaat Thüringen. Darüber hinaus beteiligen sich mehrere Landwirtschaftsbetriebe an der Erprobung des Traktors.  Torsten Mörstedt

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