Wednesday, July 22, 2009

Nach Henry Surtees' tödlichem Unfall...

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Immer wenn im Motorsport ein Fahrer tödlich verunglückt, beginnen diese sinnlosen Diskussionen über Sicherheit im und Sinn des Motorsports. Ich kann mich noch erinnern, als nach dem tödlichen Unfall von Gilles Villeneuve in den deutschen Massenmedien (HG Müller?) pausenlos über die Sinnhaftigkeit des Motorsport gejammert wurde. Als dieser Sport durch einen gewissen Stefan Bellof und dann erst recht durch Michael Schumacher wieder salonfähig wurde, hörten die Diskussionen urplötzlich auf. Es ist immer schlimm, wenn ein Mensch sein Leben auf tragische Weise verliert. Jeder Fahrer weiß, wenn er ins Cockpit klettert, daß er ab diesem Zeitpunkt sein Leben riskiert, das weiß aber auch ein Dachdecker, der auf's Dach steigt. Wenn da einer runterfällt brechen keine Diskussionen los, ob man vielleicht die Sicherheit (ev. Seilsicherung etc.) verbessern könnte. Ist halt passiert, Pech gehabt, war sein Beruf. Diskussionen über Sicherheit sind schon in Ordnung, haben auch schon viel positives bewirkt, es sind aber auch Fahrer ums Leben gekommen, die sozusagen in einem "Käfig" unterwegs waren, siehe Stefan Bellof, Jo Gartner, Manfred Winkelhock, Rolf Stommelen, Ignazio Giunti etc. Schlimm, wenn etwas passiert, aber bitte nicht diese Heuchelei...

So sind wir Menschen halt. Leute die uns unterhalten (Sänger, Sportler oder was auch immer) stellen wir auf ein Podest dass eigentlich gar nicht existieren sollte. Bei Michael Jackson war musikalisch doch mehr oder weniger die Luft raus. Warum macht man nun so einen Wirbel wegen seines Todes? Was haben die Leute noch von ihm erwartet? Ach ja... sie trauerten. Ich frage mich ob diese Leute um ihre Freunde genauso trauern wie um einen Mann der nicht mal wusste dass es sie GIBT!
Als Senna starb hatte er noch ein paar gute Jahre in der F1 vor sich. Also war es für uns F1 Fans schade und wir waren eben traurig dass wir ihn nicht mehr in den Rennen sehen konnten. Wäre er als 50 jähriger gestorben dann hätte es mich nicht unbedingt interessiert. Warum? Weil ich ihn nicht kannte! Leute denken sie verlieren einen besten Freund oder ein Familienmitglied wenn einer ihrer Stars stirbt. Es ist schade wenn ein junger Mensch stirbt. Aber seltsamerweise ist das Leben von "Stars" mehr Wert als das Leben eines "normalen" Menschen. Und warum? Weil sie uns unterhielten!
Die meisten Jobs sind heutzutage wohl gefährlicher als der Beruf des F1 Fahrers! Grosse Panik braucht jetzt nicht ausbrechen nur weil ein Fahrer von einem Rad getroffen wurde. War halt Pech. Wenn man den Helm nicht mehr draussen haben will muss man halt die offenen Autos verbieten. Wenn du anfängst einen Rahmen um das Cockpit zu bauen dann ist es eh kein offenes Auto mehr.

Tricone Bit